Sport Analytik im Spitzenhandball!

Intro von xG

Der Wert Expected Goals (xG) ist ein Erwartungswert für den Torerfolg. Torwürfe in aussichtsreichen Situationen, z.B. nahe vor dem Tor und ohne gegnerische Abwehrspieler unmittelbar vor dem Werfer, ergeben einen hohen Erwartungswert.

Beispielgrafik xG Handball

Spieler tragen während des Spiels spezielle kinexon-Sensoren, die fortlaufend Daten wie Position, Laufgeschwindigkeit, Beschleunigung und Vitalwerte erfassen. Diese umfangreichen Rohdaten werden analysiert, um zusätzliche Merkmale bzw. Faktoren zu berechnen, z. B. den Winkel zwischen Werfer und Tor, die Distanz zum Torwart, die Anzahl der Verteidiger im Wurfweg oder die Dauer des Ballbesitzes vor dem Wurf.

Ein ML-Modell (z.B. logistische Regression) wird anschließend auf Basis dieser Merkmale trainiert, um den Erwartungswert des Torerfolgs für eine Torwurfsituation vorherzusagen. Das Modell nutzt historische Spielsituationen und berechnet den Erwartungswert für den Torerfolg. So entsteht ein datenbasiertes Bewertungssystem für die Qualität von Würfen im Handball.

Einsatzzwecke von xG

Einsatzzwecke von xG im Handball

1. Bewertung der Wurfqualität:
Durchschnittliche xG-Werte eines Spielers oder eines Teams geben Aufschluss über die Qualität der herausgespielten Chancen. Ein hoher xG-Durchschnittswert vermittelt, dass ein Spieler häufig aus günstigen Positionen mit guten Aussichten auf Torerfolg abschließt. Ein niedriger Wert kann darauf hindeuten, dass Entscheidungen zur Wurfauswahl suboptimal sind oder Würfe aus ungünstigen Lagen erfolgen. Trainer können damit gezielt an der Entscheidungsfindung und Wurfauswahl ihrer Spieler arbeiten.

2. Taktische Analysen & Strategien:
Der Wert hilft, strategische Muster im Angriff zu erkennen: Wird eher aus der Distanz geworfen oder bevorzugt nah am Kreis abgeschlossen? Welche Bereiche (z.B. 9 m Linie) haben im Verlauf des Spiels oder der Saison hohe xG-Werte geliefert? Diese Informationen unterstützen Trainer dabei, Spielzüge gezielt zu verbessern, besonders in Bezug auf Positionierung und Abschlussorte (z. B. aus dem Rückraum, von den Außenpositionen oder durch Durchbrüche).

3. Messung der Spielerleistung:
Der Wert xG ermöglicht es, die Leistung eines Spielers unabhängig von der tatsächlichen Toranzahl zu bewerten. Ein Spieler, der regelmäßig hohe xG-Werte erzielt, trägt effektiv zur Offensivkraft seines Teams bei – auch wenn nicht jeder Wurf ein Tor wird. Dies bietet eine objektivere Einschätzung als nur Tore und hilft, bislang versteckte Potenziale sichtbar zu machen, z. B. wie gut sich ein Spieler in aussichtsreiche Wurfpositionen bringt. Gleichzeitig kann ein Spieler, der viele Tore erzielt, obwohl seine xG-Werte eher niedrig sind, als besonders effizient bewertet werden – er holt aus schwierigen Situationen das Maximum heraus.